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Rückblick "Krisenmanagement - Unternehmenssanierung"

 

Veranstaltung des Controlling Clubs Austria und des Instituts für Controlling und Consulting am 06.02.2008 an der Johannes Kepler Universität Linz

Am Mittwoch, dem 6. Februar 2008, luden der Controlling Club Austria und das Institut für Controlling & Consulting zum Symposium „Krisenmanagement – Unternehmenssanierung“ ein. Im Rahmen mehrerer Fachvorträge konnten sich die Besucher Expertenwissen über die Themen Insolvenz und Sanierung aus primär betriebswirtschaftlicher Sicht aneignen. Mag. Sabine Grum vom ORF OÖ führte als Moderatorin souverän durch das Programm.

Ing. Mag. Hans-Christian Kirchmeier,
Mag. Sabine Grum (v.l.n.r.)

Begrüßt wurden die rund 70 Teilnehmer durch Ing. Mag. Hans-Christian Kirchmeier, Präsident des Controlling Clubs Austria. Im Eingangsstatement erläuterte er in Anbetracht des brisanten Themas die zwei Seiten der Medaille: Obwohl Krisen einerseits meist negativ behaftet und mit unangenehmen Konsequenzen für die betroffenen Unternehmen verbunden sind, sollten diese andererseits auch als Chance begriffen werden. Da sie oftmals die Folge von mangelnder oder falscher Information ist, nimmt der Controller als Informationslieferant des Managements eine besondere Rolle ein. Seine zentrale Aufgabe ist es, relevante Informationen zeitnah zur Verfügung zu stellen, um eine Krise frühzeitig zu erkennen und dieser entgegenwirken zu können.

Dir. Mag. Otto Zotter,
Dr. Franz Loizenbauer,
Univ.-Prof. Dr. Feldbauer-Durstmüller,
Mag. Sabine Grum
(v.l.n.r.)

Im ersten Veranstaltungsteil wurden zunächst die Ergebnisse einer empirischen Studie in OÖ zum Thema Sanierung und Insolvenz von Univ.-Prof. Dr. Birgit Feldbauer-Durstmüller präsentiert. Es zeigte sich deutlich, dass die Insolvenzlandschaft in Österreich stark von KMUs dominiert wird – so wurden 2004 beispielsweise gut drei Viertel aller Insolvenzen von Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern beantragt. Als bevorzugtes Schulden¬regulierungsverfahren konnte sich der Konkurs mit ab¬schließendem Zwangsausgleich etablieren. Während die Unternehmensfortführung im Konkurs vor allem als Sanierungsinstrument für Kleinstunternehmen Relevanz besitzt, nimmt die Bedeutung der Auffanggesellschaften mit der Unternehmensgröße zu.

Im Anschluss daran stellten Dir. Mag. Otto Zotter, Leiter des Kreditschutzverbandes von 1870 in Oberösterreich, und Dr. Franz Loizenbauer, Leiter des Alpenländischen Kreditorenverbandes in Oberösterreich, die Unternehmenssanierung aus Sicht der Gläubigerschutzverbände dar. Laut Meinung dieser Experten kann oftmals erst nach einem längeren Zeitraum von mehreren Jahren tatsächlich festgestellt werden, ob ein entschuldetes Unternehmen auch tatsächlich saniert werden konnte.

Dr. Christian Grininger,
Dkfm. Mag.
Gerold Doppelbauer,
Mag. Kurt Hofmann (v.l.n.r.)

Der zweite Teil der Vortragsreihe wurde von StB/WP Dkfm. Mag. Gerold Doppelbauer, Geschäftsführer der Partner- Treuhand Wels eingeleitet, welcher das Thema Sanierung aus Sicht des Masseverwalters darlegte. Danach demonstrierte Dr. Christian Grininger, Leiter des Rechtsbüros und Finanzierungsmanagement 3 (Abteilung für Insolvenz- und. Exekutionsabwicklung) der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, die wesentlichen Aspekte einer Unternehmenssanierung aus Bankensicht und betonte dabei besonders die sich in diesem Zusammenhang ergebende gesellschaftliche Verantwortung einer Großbank bei Unternehmenskrisen von Firmen mit mehreren Hundert Arbeitnehmern.

Abgerundet wurden die Fachbeiträge durch den von Mag. Kurt Hofmann, Geschäftsführer der HMH & Partner Management GmbH vorgezeigten Weg einer erfolgreichen Sanierung am Fallbeispiel der Stabilisierung und Neupositionierung der Ölmühle Güssing.

Diese Seite wurde zuletzt am 10.12.2008 geändert.