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Praxisprojekte

 

Studie über Warenwirtschaftssysteme

Theoretische Leistungsmöglichkeiten und Marktübersicht in Österreich

Warenwirtschaftssysteme beschreiben und steuern alle direkten Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Ware und nehmen dadurch, insbesondere im Handel, eine zentrale Stellung in einer Unternehmung ein. Nicht nur die Einführung des Euro, das Jahr-2000-Problem oder das Internet forcieren den Trend weg von teils stark überalterten Individuallösungen, sondern vor allem der erhöhte Bedarf an qualitativen Informationen für ein modernes Handelsmanagement treiben den Einsatz aktueller Standard-Softwarelösungen der Warenwirtschaft voran. Dies ermöglicht eine deutlich höhere Informationsintegration im Unternehmen und unterstützt eine prozessorientierte Betrachtungsweise und stärkere Kundenorientierung.

In einer Studie, die im Rahmen einer Diplomarbeit am Institut für Rechnungswesen - Abteilung für Controlling - der Universität Linz angefertigt wurde, werden zuerst die theoretischen und idealtypischen Leistungsfähigkeiten von Warenwirtschaftssystemen dargestellt. Das Hauptaugenmerk richtet sich dabei auf das im Handel unterrepräsentierte Controlling. Es wird in dieser Arbeit gezeigt, welche Instrumente und Methoden des Controllings in funktionaler, prozessorientierter und gesamtbetrieblicher Sicht direkt von Warenwirtschaftssystemen unterstützt werden können. Zentrale Bedeutung wird hier der Gewinnung von entscheidungsrelevanten Informationen aus einer Flut operativer Daten beigemessen. Dies wird auch mit einem integrierten Ansatz der „Business Intelligence“ hervorgehoben.
Die idealtypischen Leistungsfähigkeiten werden als Kriterien in Abhängigkeit von Unternehmensgröße, Branche oder Filialisierungsgrad gewichtet und in einer Marktübersicht einem Großteil der in Österreich erhältlichen Standardsoftware der Warenwirtschaft gegenübergestellt.

Die Studie beinhaltet weiters eine empirische Erhebung bei Anwendern von Warenwirtschaftssystemen in österreichischen Handelsunternehmen. Dabei werden die Motive der Softwarewahl im Entscheidungsfindungsprozess sowie Erfahrungen und die Ausgestaltung des Controllings im warenwirtschaftlichen Zusammenhang ergründet.

Diese Studie eignet sich besonders für kleine, mittlere und große Betriebe des Handels. Der Leser kann sich damit einen Überblick über die meisten Warenwirtschaftssysteme in Österreich verschaffen und die Funktionalitäten verschiedener Programmpakete gezielt und im Detail miteinander vergleichen. Für jedes der 47 vorgestellten Softwaresysteme gibt es neben dem Leistungsumfang bzw. Preisen und Darstellung der Dienstleistungen zusätzlich eine verbale Beschreibung mit Auflistung von Referenzkunden, Hersteller und Bezugsmöglichkeiten. Durch die Darstellung der Entscheidungsfindungs- und Einführungsprozesse von Warenwirtschaftssystemen erfährt man Grundkenntnisse beginnend mit der Konzeptionierung warenwirtschaftlicher Anforderungen über die Wahl geeigneter, betriebsspezifischer Controllinginstrumente bis hin zum Evaluierungsprozess mit Empfehlung einer Systemlösung bei Berücksichtigung von Anwendererfahrungen. Die Marktübersicht gestattet eine Vorauswahl potentiell geeigneter Warenwirtschaftssysteme für individuelle Bedürfnisse und eignet sich auch für betriebswirtschaftliche Beratungszwecke. Die theoretische Darstellung zeigt dem Anwender die Leistungsfähigkeiten von Warenwirtschaftssystemen für das Controlling auf und ermöglicht gezielte Anstöße für eine bessere Informationsverwertung.

Der Autor dieser Studie hat bereits Erfahrung mit Warenwirtschaftsprojekten bei Klein- und Mittelbetrieben und stützte sich bei der Untersuchung vor allem auf Interviews, Dokumentationen, Demo-Software und Fragebögen.

Ing. Mag. Dr. Bernhard Wimmer
Bernhard.Wimmer@jku.at

Diese Seite wurde zuletzt am 01.11.2009 geändert.