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Forschungs und Praxisprojekte

Prof. Feldbauer-Durstmüller - Instituts-Mitarbeiter - Dissertanten

1. Univ.-Prof. Mag. Dr. Birgit Feldbauer-Durstmüller

Laufende - kürzlich abgeschlossene/Projekte

Laufende Projekte
 
Familienunternehmen in Österreich - Untersuchungsergebnisse

Familienunternehmen wirtschaften über mehrere Generationen gesehen langfristiger als Nicht-Familienunternehmen, so das Ergebnis einer Unternehmensbefragung, durchgeführt von den JKU-Instituten Controlling und Consulting, Unternehmensgründung und -entwicklung, Betriebliche Finanzwirtschaft und Angewandte Statistik. Befragt wurden österreichische Familienunternehmen und Nicht-Familienunternehmen mit mindestens 50 Beschäftigten.

Basierend auf einer Unternehmensbefragung wurde die Gestaltung des Controllings, des Finanzmanagements und der Unternehmensentwicklung (insbesondere Nachfolge) in österreichischen Familienunternehmen und Nicht-Familienunternehmen untersucht. Zugleich wurden auch Handlungsempfehlungen für die betriebliche Praxis abgeleitet. Im Zuge der Online-Befragung konnten 519 Unternehmen ausgewertet werden. Hierbei wurden 46 Prozent als Familienunternehmen klassifiziert. Bei diesen zeigte sich, dass bereits 78 Prozent mindestens in zweiter Generation geführt werden, 20 Prozent sogar in vierter oder längerer Generation. Aus der Studie wird ersichtlich, dass Familienunternehmen tendenziell mehr Gewinne zurückhalten bzw. weniger ausschütten als Nicht-Familienunternehmen. Dies deutet auf einen längeren Horizont und eine höhere Bereitschaft zum Ausschüttungsverzicht zugunsten einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung hin.

Familienunternehmen weisen auch langfristigere Bankbeziehungen (zu drei Viertel bestehen diese seit mindestens 17 Jahren) als Nicht-Familienunternehmen auf und haben tendenziell auch mehr Hausbanken. Im Zuge der Studie wurde weder bei den Familienunternehmen noch bei den Nicht-Familienunternehmen eine allgemeine Kreditklemme aufgrund der Finanzkrise festgestellt: Rund 78 Prozent der Unternehmen gaben an, guten oder sehr guten Zugang zu Krediten zu haben. „Häufig wird beim Thema Finanzmanagement das Argument vorgebracht, dass Familienunternehmen weniger neue betriebswirtschaftliche Methoden einsetzen. Wir konnten allerdings bei unserer Studie zum Beispiel im Bereich Risikomanagement feststellen, dass Familienunternehmen kein schlechteres finanzielles Risikomanagement besitzen als Nicht-Familienunternehmen. So setzen Familienunternehmen etwa bei der Absicherung von Zins- und Währungsrisiken in ähnlichem Ausmaß wie Nicht-Familienunternehmen Methoden wie Termingeschäfte oder Optionen ein“, sagt o.Univ.Prof. Dr. Helmut Pernsteiner vom Institut für Betriebliche Finanzwirtschaft. Generell fühlten sich mehr als die Hälfte der Unternehmen von der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise wenig oder überhaupt nicht betroffen. Insgesamt sind die befragten Unternehmen optimistisch: 90 Prozent glauben, dass die Krise erfolgreich überwunden werden kann.

Im Zeitraum 2006 bis 2012 sind über 44 Prozent der befragten Unternehmen von Übergabe- oder Nachfolge-Fragen betroffen. „Häufig werden betriebliche Änderungen im Zuge der Übergabe/Übernahme angegangen, wie z.B. neue Aufbau- bzw. Ablauforganisationen oder die Einführung bzw. der Ausbau des Controllings", so Univ.Prof. Dr. Norbert Kailer vom Institut für Unternehmensgründung und -entwicklung. Im Allgemeinen ist das Controlling in Familienunternehmen weniger formalisiert bzw. gibt es weniger eigenständige Controlling-Abteilungen. Ist jedoch eine eigenständige Controlling-Instanz vorhanden, so ist diese tendenziell in einer höheren Hierarchieebene angesiedelt als bei Nicht-Familienunternehmen. Familienunternehmen erstellen gemeinhin weniger operative Teilpläne wie etwa eine Planbilanz oder einen Personalplan und verwenden seltener eine eigenständige Planungssoftware. Auch Strategien oder strategische Pläne werden in Familienunternehmen weniger stark dokumentiert. „Es wäre empfehlenswert, zumindest die wichtigsten strategischen Pläne zu dokumentieren, beispielsweise einen Notfallplan für unerwartete Wechsel in der Geschäftsführung, etwa durch das plötzliche Ableben eines Geschäftsführungsmitglieds durch einen Verkehrsunfall“, betont Univ.Prof. Dr. Birgit Feldbauer-Durstmüller vom Institut für Controlling und Consulting.

Generell planen zwei Drittel der Unternehmen bis Mitte 2010 Reorganisationsmaßnahmen und rund die Hälfte möchte ihre Produkt- bzw. Dienstleistungspalette erweitern. 40 Prozent beabsichtigen die Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter zu intensivieren und rund ein Drittel möchte die Forschungs- & Entwicklungsaktivitäten ausbauen.

Gegen einen Unkostenbeitrag iHv EUR 59 kann der Ergebnisbereicht in einer gedruckten Langfassung bestellt werden. Nähere Informationen dazu unter office@controlling.jku.at .
 

Betriebswirtschaft und Unternehmensethik
Das Thema "Wirtschafts- und Unternehmensethik wird vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen der Globalisierung, die in immer mehr Bereiche der Gesellschaft eingreift, sowohl in der Wissenschaft als auch in der Unternehmenspraxis intensiv - auch kontroversiell - diskutiert.

Durch die Globalisierung finden sich Unternehmen in einem neuen Umfeld wieder: nationale Identitäten sowie kulturelle Unterschiede und Differenzen sind durch internationale Geschäftsbeziehungen intensiv betroffen und nur mehr schwierig aufrechtzuerhalten. Es stellt sich beispielsweise die Frage nach Lohngerechtigkeit, nach Menschenrechten, Arbeitsstandards, usw. im eigenen Unternehmen, aber auch bei Lieferanten. Auch der Umgang mit Korruption ist in diesem Zusammenhang zu beachten.

Die Institute für Controlling und Consulting und betriebliche Finanzwirtschaft beschäftigen sich in einem gemeinsamen Projekt intensiv mit diesem Thema "Unternehmensethik", welches aus zwei Teilprojekten besteht:
 

- Teilprojekt I
  Das Ziel des ersten Teiles des Forschungsprojektes besteht darin, das Thema "Betriebswirtschaftslehre und Unternehmensethik" interdisziplinär - d.h. aus betriebswirtschaftlicher und geisteswissenschaftlicher Sicht - zu diskutieren und den State-of-the-Art für Österreich zu dokumentieren. Die Projektpartner stammen aus dem universitären Bereich und der Unternehmenspraxis. Methodisch ist eine interdisziplinäre Bearbeitung des Themengebietes geplant. Als Projektabschluss ist Ende 2008 vorgesehen.
- Teilprojekt II
  Für den zweiten Teil des Forschungsprojektes sind verschiedene Aktivitäten zum Themengebiet "Wirtschaftsethik" vorgesehen. In Zusammenarbeit mit der Katholisch Theologischen Privatuniversität Linz wurde im SS 2009 eine Ringvorlesung zum Themenbereich Wirtschaft und Ethik durchgeführt, um Studierende sowohl aus betriebswirtschaftlicher als auch aus geisteswissenschaftlicher Sicht für die Fragestellung zu sensibilisieren. Jeweils ein/e Wirtschaftswissenschaftler/in und ein/e Theologe/in haben das Problem in Form einer Kurzvorlesung aufgeschlüsselt, die Perspektiven der eigenen herausgearbeitet sowie Methoden und Entscheidungskriterien diskutiert. Diese Vorträge werden als einzelne Buchbeiträge im geplanten Sammelwerk "Wirtschaft und Ethik - ein notwendiger Dialog" im Frühjahr 2010 erscheinen.
  • Die Forschungsergebnisse werden im Rahmen einer eigenen Veranstaltung in Linz präsentiert werden
  • Regionalisierungsoffensive:
    Die Universität Linz ist bestrebt Forschungsergebnisse nicht nur im Zentralraum zu präsentieren. Im Sinne eines intensiven Wissenstransfers in die Unternehmenspraxis sollen eine breiteren Öffentlichkeit - d.h. auch in den Bezirkshauptstädten - aktuelle Forschungsergebnisse vorgestellt werden.

 


2. Institutsmitarbeiter

MMag. Dr. Anita Rossdorfer

Laufende - kürzlich abgeschlossene/Projekte

Abgeschlossene Projekte
Unternehmenssanierung: Vergleich zwischen Österreich und den USA

Zusammenfassung

 

Univ.-Ass. MMag. Dr. Christoph Denk

Laufende - kürzlich abgeschlossene/Projekte

Laufende Forschungsprojekte
Internationale Rechnungslegung und Controlling in KMUs (Habilitation)
Die zunehmende Internationalisierung der Rechnungslegung, die mit ein Grund für die Übernahme der IAS/IFRS in den europäischen Rechtsbestand ist, hat bis jetzt auf kleine und mittlere Unternehmen kaum durchgeschlagen. Der Grund dafür dürfte in der Komplexität des Rechnungslegungssystems liegen. Standards, die speziell auf diese Unternehmensgruppen zielen, sind in Vorbereitung. Bei einer sinnvollen Umsetzung und gesetzlichen Begleitmaßnahmen könnten diese Unternehmen von internationalen Standards überzeugt werden. Auf Basis einer internationalen Bilanz könnte es zudem gelingen, eine vereinfachte Controllingkonzeption für Klein- und Mittelbetriebe zu entwickeln und dadurch interne Steuerungsinstrumente in Unternehmensgrößen einzuführen, die bislang kaum Kostenrechnungsinstrumente nutzten.

 


Mag. Thomas Haas

Laufende - kürzlich abgeschlossene/Projekte

 

 


Mag. Dr. Stefan Mayr

Laufende - kürzlich abgeschlossene/Projekte

Abgeschlossene Projekte
Stakeholdermanagement in der Unternehmenskrise
Die Dissertation geht der Frage nach, wie Unternehmen ihrer Verantwortung gegenüber den unterschiedlichen Stakeholdern in der Sanierung nachkommen können. In einem Rahmenkonzept für eine ethische legitimierte Unternehmenssanierung werden sowohl inhaltliche als auch institutionelle und methodische Aspekte dargestellt. Neben der theoretischen Aufarbeitung erfolgt auch eine qualitative Untersuchung in Form von Leitfadeninterviews und einer Fallstudie.

Zusammenfassung

 

Mag. Sandra Mühlböck

Laufende - kürzlich abgeschlossene/Projekte

Laufende Projekte
Externes Controlling in Kleinst- und Kleinunternehmen unter Mithilfe des Steuerberaters

Kleinst- und Kleinunternehmen stellen einen wesentlichen Bereich der österreichischen Wirtschaft
dar. Jedoch verfügt diese spezielle Unternehmensform nur in den seltensten Fällen über ein
Controlling-System. Mit Hilfe eines größenadäquaten Controllings könnte die in KKU vorherrschende
improvisierte und nicht-planende Führung, welche oftmals in Managementfehlern resultiert, durch
eine aktive betriebswirtschaftliche Unternehmenssteuerung und -planung ersetzt werden. Hinsichtlich
der begrenzten finanziellen und personellen Ressourcen, aber auch aufgrund des meist mangelnden
betriebswirtschaftlichen Spezialwissens der Geschäftsführung stellt die Auslagerung des Controllings
auf externe Träger – vor allem auf Wirtschaftstreuhänder – eine sinnvolle Alternative dar. Deshalb
besteht das Ziel der Dissertation zum einen darin, ein externes Controllingsystem für
Kleinst- und Kleinunternehmen zu konzeptionieren und zum anderen mittels einer quantitativen und
qualitativen empirischen Untersuchung den unternehmensformbedingten State-of-the-Art
dieser Controlling-Form darzulegen.

 


MMag. Ines Wolfsgruber

Laufende - kürzlich abgeschlossene/Projekte

Laufende Projekte
Kostenrechnung in international tätigen Unternehmen
Im Rahmen des Dissertationsprojektes sollen die Auswirkungen der fortschreitenden Internationalisierung auf die Kostenrechnung untersucht werden. Dazu wird neben der theoretischen Aufarbeitung der Thematik mit Hilfe der vorhanden Literatur der Status-quo der Kostenrechnung österreichischer Konzernmütter durch eine umfassende quantitative Erhebung ermittelt. Der Einfluss der Internationalisierung soll an Hand vordefinierter Kriterien gemessen werden.

 


3. Dissertanten

In Arbeit

Mag. Michael Nemetz

Informationsfunktion des Controlling – Eine verhaltenswissenschaftliche und
informationstechnologische Perspektive
Die Funktion der Informationsversorgung des Controlling gilt als die älteste Controllingauffassung. Das Management benötigt zur Entscheidungsfindung und zur Koordination der Unternehmensressourcen Informationen, die ihm unter anderem vom Controlling bereitgestellt werden. In Erfüllung dieser Funktion ist das Anbieten eines auf die Ansprüche des Managements zugeschnittenen Informationsbündels als eine der zentralen Aufgaben des Controlling anzusehen. Im Zuge des Dissertationsprojekts wird aus theoretischer und empirischer Sicht die Frage beantwortet, wie der Controller bei der Zusammenstellung und Kommunikation des an den Manager gerichteten Informationspakets vorgehen soll. Weiters wird untersucht, inwiefern hierbei Erkenntnisse aus den Verhaltenswissenschaften und der Wirtschaftsinformatik integriert werden können.

Mag. Elisabeth Schopf

Internationales Controlling - Einfluss kultureller Faktoren auf das Controlling
Die Internationalisierung der Unternehmen bringt zusätzliche Komplexität und Herausforderungen für das Controlling mit sich. Eine dieser Herausforderungen ist der kulturelle Einfluss im internationalen Umfeld. Die Dissertation geht der Frage nach, wie sich Kultur auf Planungs- und Kontrollsysteme, insbesondere der Budgetierung, auswirkt. Nach einer theoretischen Aufarbeitung des Themengebietes sowie einer Darlegung des State-of-the-Art im Forschungsgebiet folgt eine quantitative Untersuchung. Diese soll mittels Fragebogenbefragung in mehreren Ländern die Auswirkung von Kultur auf die Budgetierung untersuchen und die Ableitung von Handlungsempfehlungen ermöglichen.

Mag. Thiemo Stefanziosa

Unternehmensethik in österreichischen Unternehmen
Die Zusammenhänge zwischen Ethik und Verantwortung in der Wirtschaft werden vor dem Hintergrund aktueller globaler wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Entwicklungen sowohl in der Wissenschaft, als auch in der Unternehmenspraxis, intensiv und kontroversiell diskutiert. Die Dissertation geht sowohl der Frage nach, welche neuen Herausforderungen Unternehmensethik an die funktionalen, instrumentalen und institutionellen Controllingkomponenten stellt, als auch welchen Einfluss Unternehmensethik auf den Informationsbedarf von Entscheidungsträgern hat. Ziel des Dissertationsprojekts ist es, herauszuarbeiten, in welchem Umfang und mit welchen Mitteln das Controlling einen Beitrag zur Sicherstellung einer ethikorientierten Unternehmens-führung leisten und folglich Mitverantwortung für eine Unternehmensethikumsetzung übernehmen kann bzw. soll. Neben der theoretischen Aufarbeitung erfolgt eine quantitative empirische Untersuchung österreichischer Unternehmen.

MMag. Daniela Ther

 

Diese Seite wurde zuletzt am 14.07.2010 geändert.